UV-Index und Sonnenschutz
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Sonnencreme im Regen? Für viele klingt das übertrieben. Schließlich denkt man beim Thema Sonnenschutz automatisch an heiße Sommertage, pralle Sonne und Urlaub am Strand.

Doch was ist mit Regentagen, bedecktem Himmel oder kühlem Frühlingswetter? Wird die Haut dann überhaupt von der UV-Strahlung der Sonne erreicht? Das unsichtbare Risiko der UV-Strahlung, die nicht an sichtbares Sonnenlicht gebunden ist, wird von den meisten unterschätzt. Auch wenn wir die Sonne nicht sehen, weil sie von Wolken verdeckt wird, wirkt ihre UV-Strahlung auf uns ein.

In diesem Artikel erfährst du, warum Sonnenschutz nicht nur bei strahlendem Wetter sinnvoll ist, was UV-Strahlen mit deiner Haut machen und wie du dich auch an wolkigen Tagen effektiv schützt.

UV-Strahlung – was ist das eigentlich?

UV-Strahlung steht für ultraviolette Strahlung. Diese ist für das menschliche Auge unsichtbar. Es gibt sie in drei Varianten: UVA, UVB und UVC.

  • UVA-Strahlung: Diese Strahlen dringen tief in die Haut ein. UVA-Strahlen verursachen zwar keinen Sonnenbrand, aber sie fördern die Hautalterung und begünstigen die Entstehung von Hautkrebs.
  • UVB-Strahlung: Diese Strahlungsart ist energiereicher und dringt in die obere Hautschicht ein. UVB-Strahlen sind hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich und können langfristig das Erbgut der Hautzellen schädigen.

  • UVC-Strahlung: Diese Strahlen werden vollständig von der Erdatmosphäre abgefangen und erreichen unsere Haut nicht.

UVA-Strahlen machen rund 95 % der UV-Strahlung aus, die auf der Erde ankommt. Auch wenn es draußen kühl und bedeckt ist, ist unsere Haut dieser Strahlung ausgesetzt, denn sie durchdringt mühelos Wolken und Nebel. Wir bemerken sie nur nicht – und genau das macht sie so tückisch.

Für die Entstehung von Hautkrebs ist vor allem die UVB-Strahlung verantwortlich. In einer Studie von Armstrong & Kricker aus dem Jahr 2001 wurde ein direkter Zusammenhang zwischen kumulativer UVB-Exposition und dem Risiko für Plattenepithel- und Basalzellkarzinome  festgestellt.

Wolken, Regen und Nebel haben nur einen geringen Einflluss auf die UV-Strahlung.

Wolken, Regen, Nebel: Wie stark ist die UV-Strahlung wirklich?

Wolken schützen leider nicht automatisch vor UV-Strahlen, auch wenn sie dafür sorgen, dass die sichtbaren Strahlen uns nicht erreichen. Je nachdem, welche Art von Wolken vorherrscht, haben sie sogar ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die UV-Strahlung. So haben Forscher in einer Studie zur Sonneneinstrahlung bei bewölktem Himmel herausgefunden, dass helle Wolken (z. B. Schäfchenwolken) einen Teil der Sonnenstrahlung, der vom Boden zurückgeworfen wird, wieder dorthin zurück reflektieren. Es wurden u. a. Werte gemessen, bei denen die UV-Strahlung unter bestimmten Wolkenverhältnissen bis zu 1,5-fach höher war als bei wolkenfreiem Himmel. Deswegen ist die Bewölkung an schönen Frühlings- und Sommertagen auch so tückisch. Die scheinbar schützende Schicht, die die schwebenden Wasserspeicher bilden, hält die UV-Strahlung nicht von uns ab. Im Gegenteil: Unter ungünstigen Bedingungen verstärkt sie sie sogar.

Auch bei Regen oder Nebel ist die UV-Belastung nicht gleich null. Vor allem UVA-Strahlen bleiben aktiv – und genau die sind für die tieferen Hautschichten gefährlich.

Ein guter Anhaltspunkt ist der UV-Index. Er zeigt an, wie hoch die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag ist. Ein Wert ab 3 gilt bereits als gesundheitsgefährdend, und dieser Wert wird in Mitteleuropa selbst bei bewölktem Himmel regelmäßig erreicht, besonders im Frühling und Sommer. Eine leichte Bewölkung reduziert die UV-Strahlung in der Regel nicht oder nur kaum, wohingegen eine dichte Wolkendecke zu einer Reduzierung der UV-Strahlung um 30 bis 70 % führen kann.

Regen und Nebel beeinträchtigen die UV-Strahlung nicht. Deswegen sollten Sie sich während eines Sommergewitters nicht allzu sicher vor der UV-Strahlung fühlen. Schützen Sie Ihre Haut auch bei schlechtem Wetter, denn die UV-Strahlung hängt nicht davon ab, ob Sie die Sonne sehen können, sondern wie hoch der UV-Index ist. Wolken spielen bei der Bestimmung des UV-Indexes keine Rolle. Er ist lediglich abhängig von der Tages- und Jahreszeit sowie dem Standort. Denn letztendlich kommt es auf den Stand der Sonne an.

Sobald der UV-Index so hoch ist, dass Sonnenschutz erforderlich ist, solltest du dich schützen. Dies gilt insbesondere, wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist. Denn dann ist deine Haut besonders empfindlich.

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