Der UV-Index (UVI) beschreibt die Intensität der ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung), die am Boden ankommt und Sonnenbrand verursachen kann.
Der UV-Index dient als weltweit einheitlicher Maßstab für die potenzielle UV-Belastung. Der Index wird in Zahlen angegeben, wobei höhere Werte eine stärkere UV-Bestrahlung und ein höheres Risiko für Hautschäden bedeuten.
Die Skala ist nach oben offen, wird aber normalerweise von 0 bis 11+ angegeben:
- 0–2 (niedrig): Schutzmaßnahmen sind in der Regel nicht nötig.
- 3–5 (moderat): Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme werden empfohlen.
- 6–7 (hoch): Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme werden empfohlen sowie Schattensuche zur Mittagszeit.
- 8–10 (sehr hoch): Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich, Aufenthalte im Freien (auch im Schatten) möglichst vermeiden.
- 11+ (extrem): Möglichst nicht im Freien und schon gar nicht in der Sonne aufhalten, da Haut- und Augenschäden sehr schnell auftreten können.
Die mittleren jährlichen Maximalwerte liegen in Deutschland bei nicht bewölktem Himmel laut DWD bei 7–8, wobei in den Alpen Werte von 9–10 erreicht werden.

Einflussfaktoren
Der UV-Index variiert nicht zufällig, sondern hängt von mehreren Umwelt- und geografischen Faktoren ab. Zu den wichtigsten gehören:
- Tageszeit: Die Stärke der UV-Strahlung ist stark von der Tageszeit abhängig. Sie erreicht ihren Höhepunkt, wenn die Sonne am höchsten steht – normalerweise zwischen 11 und 15 Uhr. Zu dieser Zeit ist der Weg der Sonnenstrahlen durch die Atmosphäre am kürzesten, wodurch mehr UV-Strahlung die Erdoberfläche erreicht. Deswegen solltest du an Tagen mit hohem UV-Index von 11 und 15 Uhr auf den Gang nach draußen verzichten oder dich zumindest im Schatten aufhalten – je nach Höhe des Indexes.
- Jahreszeit: Der UV-Index ist in den Sommermonaten am höchsten, da die Sonne in einem steileren Winkel auf die Erde scheint. Im Winter fällt der Winkel der Sonnenstrahlen flacher aus, was dazu führt, dass weniger UV-Strahlung durchkommt. Trotzdem können Schnee und Eis die Strahlung reflektieren, wodurch sie besonders in Höhenlagen intensiv bleibt – dazu später mehr.
- Breitenlage: Die geografische Breite hat einen erheblichen Einfluss auf den UV-Index. In Äquatornähe ist der Index am höchsten, weil die Sonnenstrahlen fast senkrecht auf die Erdoberfläche treffen. Je weiter du dich vom Äquator entfernst, desto flacher ist der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen und desto niedriger ist demnach auch der UV-Index. Das zeigen auch die vom DWD veröffentlichten mittleren Jahresmaximalwerte:
- Nord-USA & Süd-Kanada (Juni/Juli): 9
- Kanarische Inseln, Nordafrika (Juli): 11–12
- Südafrika (November - Februar): 15–16
- Höhe über dem Meeresspiegel: Mit zunehmender Höhe nimmt die Intensität der UV-Strahlung zu. Pro 1.000 Höhenmeter steigt die UV-Strahlung um etwa 10–12 %. In den Bergen ist also ein höherer Schutz nötig, auch wenn die Temperaturen kühler sind.
- Bewölkung: Wolken beeinflussen die UV-Strahlung auf unterschiedliche Weise:
- Dichte Wolken: Eine dichte Wolkendecke reduziert die UV-Strahlung deutlich, aber blockiert sie nicht vollständig.
- Lockere Wolken: Eine leichte Bewölkung hingegen kann die Strahlung sogar verstärken, da sie das Licht streut und reflektiert. Das bedeutet, dass du auch bei bewölktem Himmel einen Sonnenbrand bekommen kannst. Deswegen ist auch bei Bewölkung ein zuverlässiger Sonnenschutz unerlässlich, um deine Haut bestmöglich vor UV-bedingten Schäden zu schützen.
- Reflexion durch Oberflächen: Einige Oberflächen reflektieren UV-Strahlen besonders stark, wodurch die Intensität lokal deutlich ansteigen kann:
- Schnee: Eine weiße Schneedecke reflektiert bis zu 80 % der UV-Strahlung, was in den Bergen zu einem besonders hohen Risiko führt. Vergiss also nicht den Sonnenschutz, wenn du zu einem sonnigen Winterspaziergang nach intensivem Schneefall aufbrichst.
- Wasser: Gewässer reflektieren etwa 10–30 % der UV-Strahlung, wodurch du auch im oder auf dem Wasser (z. B. beim Schwimmen oder Segeln) gefährdet bist.
- Sand und Beton: Sand und Beton reflektieren 15–25 % der UV-Strahlung. Deswegen solltest du am Strand und in der Stadt immer auf deinen UV-Schutz achten.
- Ozonschicht: Die Ozonschicht wirkt wie ein Schutzschild, das einen Großteil der schädlichen UV-Strahlung absorbiert. Ist die Ozonschicht jedoch geschwächt, wie z. B. durch ein Ozonloch, gelangt mehr UV-Strahlung auf die Erde, was den UV-Index ansteigen lässt. Besonders hiervon betroffen sind Gebiete wie die Antarktis oder Australien.
- Luftverschmutzung: Aerosole und Partikel in der Luft können die UV-Strahlung reduzieren, indem sie diese streuen oder blockieren. In Städten mit hoher Luftverschmutzung ist der UV-Index daher oft niedriger als in ländlichen Regionen. Allerdings schützt dich auch das nicht vor den langfristigen Schäden, die die UV-Strahlung verursachen kann.
Plane deine Outdoor-Aktivitäten am besten so, dass du Zeiten mit einem besonders hohen UV-Index vermeidest, und passe deinen Sonnenschutz an die jeweiligen Bedingungen an. So schützt du deine Haut bestmöglich – unabhängig davon, wo oder wann du draußen unterwegs bist. Informiere dich vor Urlaubsreisen unbedingt über den zu erwartenden UV-Index vor Ort. Selbst wenn du ein Urlaubsziel nicht im Sommer bereist, können dort hohe UV-Werte vorherrschen. Wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist, solltest du auf jeden Fall konsequenten UV-Schutz betreiben.
Denke auch daran, dass UV-Schutz nicht nur im Freien notwendig ist. Im Flugzeug und innerhalb von Gebäuden und Fahrzeugen solltest du dich auch vor der Sonne und der schädlichen UV-Strahlung schützen.
Warum ist der UV-Index so wichtig?
Der UV-Index ist ein praktischer Orientierungswert für jeden, der sich vor Hautkrebs schützen möchte. Denn anhand der Jahreszeit oder des Wetters kann ein Laie oft nur schwer abschätzen, wie hoch die Belastung durch die UV-Strahlung an einem bestimmten Tag wirklich ist.
Deswegen empfehle ich dir – insbesondere, wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist –, dich jeden Morgen über den zu erwartenden UV-Index zu informieren. Dann kannst du die passenden Schutzmaßnahmen ergreifen und die Zeit im Freien ohne Sorgen genießen.
Die UV-Werte für den aktuellen Tag findest du entweder in einer guten Wetter-App, in einer speziellen UV-Index-App oder auf der Webseite vom Deutschen Wetterdienst (DWD) oder der Webseite vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Die Werte vom DWD sind errechnete Werte, während das BfS die Werte von Messstationen veröffentlicht. Beide Methoden sind zuverlässig, wobei die vom DWD errechneten Werte nur zutreffend sind, wenn das Wetter auch wie vorhergesagt eintritt. Bei unerwarteten Wetterumschwüngen können diese Werte demnach abweichend sein. Wer also Nummer sicher gehen will, sollte die Messdaten des BfS nutzen. Jedoch hat das BfS nicht in allen Regionen Deutschlands Messstationen.
UV-Strahlung und weißer Hautkrebs
Weißer Hautkrebs, der zu den häufigsten Krebsarten zählt, entsteht durch die kumulative Wirkung von UV-Strahlen auf die Hautzellen. UV-Strahlen, insbesondere UV-B-Strahlen, dringen in die oberen Hautschichten ein und verursachen Schäden an der DNA der Zellen. Diese Schäden können zu Mutationen führen, die das unkontrollierte Wachstum der Zellen fördern, was letztlich zur Bildung von Tumoren führt.
Menschen mit heller Haut, die weniger Melanin enthält, sind besonders gefährdet, da Melanin eine Schutzfunktion gegen UV-Strahlung übernimmt. Jeder Sonnenbrand oder jede längere UV-Exposition, insbesondere ohne ausreichenden Schutz, erhöht das Risiko, da die Schäden in der Haut kumulieren.
Darüber hinaus kann UV-Strahlung die Immunfunktion der Haut beeinträchtigen, wodurch geschädigte Zellen nicht effektiv repariert oder abgebaut werden können. Dies begünstigt das Überleben von mutierten Zellen und erhöht langfristig das Krebsrisiko. Der UV-Index bietet daher eine wichtige Orientierung, um sich vor intensiver UV-Strahlung zu schützen, etwa durch den Einsatz von Sonnencreme, schützender Kleidung oder das Meiden der Sonne während der Mittagszeit, wenn der UV-Index besonders hoch ist.
Wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist, solltest du ganz besonders darauf achten, dass du UV-Strahlung meidest. Hierbei kann die Orientierung am UV-Index hilfreich sein. Bedenke aber, dass deine Haut besonderen Schutz benötigt. Setze deshalb ggf. lieber auf mehr als den per UV-Index empfohlenen Schutz.
Wie kannst du dich schützen?
Um dich zuverlässig vor der schädlichen UV-Strahlung zu schützen, kannst du beispielsweise folgende Maßnahmen ergreifen:
- Sonnencreme auftragen: Verwende ein Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30, besser 50, besonders bei empfindlicher Haut oder wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist.
- Schutzkleidung tragen: Ziehe an Tagen mit hohem UV-Index langärmelige Hemden, lange Hosen und Röcke mit dicht gewebten Stoffen oder speziellem UV-Schutz an.
- Hut anziehen: Ein breitkrempiger Hut schützt dein Gesicht, deine Ohren und deinen Nacken vor direkter Sonneneinstrahlung.
- Sonnenbrille tragen: Zum Schutz deiner Augen solltest du eine Sonnenbrille mit hochwertigem UV-Schutz tragen. Mit einem Modell, das die Augen auch seitlich gut abdeckt, minimierst du zudem die Streustrahlung.
- Schatten suchen: Bleibe zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonne am intensivsten scheint, möglichst im Schatten. Aber beachte, dass die UV-Strahlung auch auf dich reflektiert werden kann, wenn du im Schatten bist.
- Mittagssonne meiden: Plane deine Outdoor-Aktivitäten am frühen Morgen oder späten Nachmittag, um die stärkste UV-Strahlung zu umgehen.
- Bewusst mit UV-Strahlung umgehen: Informiere dich täglich über den UV-Index, um zu wissen, wie intensiv die Strahlung ist. Passe deine Schutzmaßnahmen entsprechend an.
Auch wenn dies eine Informationsseite für Personen ist, die am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt sind, ist UV-Schutz für alle Menschen ein Thema. Egal, ob du eine erbliche Vorbelastung hast, ob du in Deutschland lebst oder im Ausland und ob du regelmäßig Outdoor-Aktivitäten nachgehst, schütze deine Haut vor der schädlichen UV-Strahlung.










