Bei der Kryotherapie wird der Tumor mit extrem niedrigen Temperaturen vereist, um die Krebszellen zu zerstören. Hierfür wird vorwiegend flüssiger Stickstoff verwendet.
Die Kryotherapie kommt bevorzugt bei älteren Patienten, ungünstiger Lage des Basalzellkarzinoms oder bei Basaliomen am Rumpf, die nur oberflächlich und klein sind, zum Einsatz. Da die operative Entfernung eines Basalioms in der Regel eine höhere Erfolgschance mit niedrigerem Rezidivrisiko aufweist, ist sie der Kryotherapie normalerweise vorzuziehen. Wenn eine Operation nicht möglich ist und auch andere Behandlungsmethoden (z. B. Imiquimod) nicht eingesetzt werden können, ist die Kryotherapie jedoch eine gute Wahl. Sie kann auch bei Patienten mit Gorlin-Goltz-Syndrom (GGS) angewendet werden. Wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist, solltest du dich aufgrund der Vielzahl an Basaliomen, die du voraussichtlich in deinem Leben bekommen wirst, über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren. Denn nur so kannst du herausfinden, ob die Kryotherapie etwas für dich ist.
Da sich Basalzellkarzinome in ihrer Form und Ausbreitung stark unterscheiden können, muss die Entscheidung für diese Behandlungsmethode immer individuell getroffen werden. Bei der Kryotherapie kann z. B. im Gegensatz zur operativen Entfernung inklusive Histologie nicht genau überprüft werden, ob wirklich der gesamte Tumor zerstört wurde. Deshalb ist eine gründliche Untersuchung vor und nach der Behandlung notwendig. Während der Vereisung wird die Temperatur genau überwacht, um sicherzustellen, dass der Tumor ausreichend geschädigt wird. Jedoch kann trotz professioneller Anwendung eine erneute Kryotherapie oder ein anschließender operativer Eingriff nötig sein.

Anwendungsgebiete
Die Kryotherapie ist eine effektive Methode zur Behandlung bestimmter Formen des Basalzellkarzinoms. Sie wird vor allem bei oberflächlichen und kleineren Tumoren eingesetzt, die keine tieferen Gewebeschichten befallen haben. Doch nicht jeder Patient und nicht jedes Basaliom ist für diese Behandlung geeignet.
Wann wird die Kryotherapie eingesetzt?
Die Kryotherapie eignet sich insbesondere für:
- Kleine, oberflächliche Basalzellkarzinome (superfizielles BCC)
- Frühe Stadien von nodulären Basalzellkarzinomen
- Patienten, die keine chirurgische Entfernung wünschen oder bei denen eine Operation nicht möglich ist
- Ältere Menschen oder Patienten mit Vorerkrankungen, für die eine Operation ein höheres Risiko darstellen würde
- Basasliome an kosmetisch weniger sensiblen Stellen, da Pigmentveränderungen auftreten können
Wann ist die Kryotherapie nicht geeignet?
Obwohl die Kryotherapie eine besonders schonende Behandlungsmethode ist, gibt es Fälle, in denen sie nicht empfohlen wird:
- Große oder infiltrative Basalzellkarzinome: Basaliome, die tiefer in das Gewebe wachsen, können durch die Kryotherapie nicht vollständig zerstört werden.
- Lokal rezidivierende Basalzellkarzinome: Basaliome, die nach einer früheren Behandlung wieder aufgetreten sind, erfordern oft aggressivere Therapieformen.
- Basalzellkarzinome in sensiblen Bereichen: Besonders im Gesicht, an den Augenlidern oder Ohren ist die Kryotherapie oft ungeeignet.
- Patienten mit dunkler Haut: Da die Kryotherapie zu dauerhaften Pigmentveränderungen führen kann, ist sie bei Menschen mit dunkler Hautfarbe nur mit Vorsicht einzusetzen.
Vor der kryotherapeutischen Behandlung
Vor der Basaliom-Behandlung mit Kryotherapie wird ggf. keine Biopsie durchgeführt. Dadurch kann der Typ des Basalzellkarzinoms in der Regel nicht sicher bestimmt werden. Um die Erfolgschancen der kryotherapeutischen Behandlung zu erhöhen, kann vor dem Eingriff eine Biopsie gemacht werden.
Wenn ein Basalzellkarzinom nicht vollständig durch eine Operation entfernt wurde, kann die Kryotherapie oder eine andere nicht-operative Behandlungsmethode (z. B. Imiquimod) eingesetzt werden, um einen weiteren chirurgischen Eingriff zu vermeiden. In diesem Fall liegt bereits entnommenes Krebsgewebe vor und der behandelnde Arzt hat nähere Informationen zum Basalzellkarzinom, wie z. B. Basaliomtyp und Eindringtiefe des Tumors.
Die Behandlung
Die Kryotherapie erfolgt in mehreren Schritten, um eine präzise und effektive Zerstörung der Tumorzellen zu gewährleisten.
Vorbereitung der Behandlung
Vor der Kryotherapie wird der Patient über den Ablauf, mögliche Risiken und die Nachsorge informiert. Eine gründliche Untersuchung des Basalioms hilft dem Arzt, die Eignung dieser Methode zu bestimmen. Zu den wichtigsten Vorbereitungsschritten gehören:
- Reinigung der Haut: Die zu behandelnde Stelle wird mit einer antiseptischen Lösung gereinigt, um Infektionen vorzubeugen.
- Markierung des Behandlungsbereichs: Der Arzt kann das Basaliom und einen kleinen Sicherheitsrand mit einem Stift markieren, um sicherzustellen, dass das gesamte betroffene Gewebe behandelt wird.
- Anästhesie (optional): Da die extreme Kälte der Kryotherapie ein brennendes Gefühl verursachen kann, kann eine lokale Betäubung mit einem Anästhetikum in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Dies ist jedoch nicht immer notwendig, da der Schmerz meist nur kurz anhält. Kläre unbedingt vorab mit deinem behandelnden Hautarzt, ob du für den Eingriff eine Anästhesie wünschst.
Applikation des flüssigen Stickstoffs
Der flüssige Stickstoff (-196 °C) wird auf das Basalzellkarzinom aufgetragen, um die Tumorzellen durch extrem niedrige Temperaturen zu zerstören. Es gibt zwei gängige Methoden:
Direkte Applikation mit einem Wattestäbchen (Cryo-Stick)
- Ein Wattestäbchen mit einer Baumwollspitze wird in flüssigen Stickstoff getaucht.
- Das Stäbchen wird direkt auf das Basaliom gedrückt.
- Durch die Kälte gefriert das Gewebe sehr schnell und wird weißlich.
- Der Kontakt wird für einige Sekunden bis zu einer Minute aufrechterhalten, je nach Tumorgröße.
Sprühtechnik (Cryo-Spray)
- Der flüssige Stickstoff wird mit einem speziellen Sprühgerät auf die Haut gesprüht.
- Der Arzt hält das Gerät in einem Abstand von 1–2 cm zur Haut.
- Das Spray wird für ca. 10–30 Sekunden gezielt auf den Tumor gesprüht.
- Die behandelte Stelle gefriert sofort und wird weißlich.
Die Wahl der Applikationsmethode hängt von der Lage, Größe und Tiefe des Basalzellkarzinoms ab. Die Sprühtechnik ist bei unregelmäßigen oder größeren Basaliomen oft effektiver, während die Wattestäbchentechnik bei kleineren Basaliomen zu bevorzugen ist. Sprich am besten deinen behandelnden Hautarzt an, um zu erfahren, welche Applikationstechnik er verwendet.
Gefrier-Tau-Zyklen
Die Wirksamkeit der Kryotherapie hängt stark von der Anzahl und Dauer der Gefrier-Tau-Zyklen ab. Üblicherweise werden zwei bis drei Zyklen durchgeführt:
- Erster Gefrierzyklus: Das Basalzellkarzinom wird mit flüssigem Stickstoff behandelt, bis es vollständig vereist ist.
- Auftauphase: Der Bereich taut von selbst wieder auf (ca. 1–3 Minuten). In dieser Phase sterben bereits viele Tumorzellen ab.
- Zweiter Gefrierzyklus: Das Gewebe wird erneut mit flüssigem Stickstoff behandelt, um auch tiefere Tumorzellen zu zerstören.
- Dritter Zyklus: Bei größeren oder hartnäckigen Tumoren kann ein dritter Zyklus erfolgen.
Die Tumorzellen sterben durch die extrem niedrige Temperatur ab und das Gewebe wird nach und nach vom Körper abgestoßen.
Nach der Behandlung mit Kryotherapie
Nach Abschluss der Kryotherapie ist die behandelte Stelle zunächst weißlich. Nach wenigen Minuten taut das Gewebe auf und es kommt zu Rötungen und Schwellungen in dem Bereich. Innerhalb der nächsten Stunden und Tage kann sich eine Blase oder Kruste bilden.
Der Heilungsprozess dauert in der Regel 2–6 Wochen, abhängig von der Größe und Lage des Basalioms. Folgende Punkte solltest du in dieser Zeit beachten:
- Schmerzlinderung: Falls du Schmerzen hast, kannst du leichte Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol) einnehmen.
- Wundversorgung: Wenn sich eine Blase bildet, solltest du diese nicht aufstechen. Es kann sein, dass eine Kruste entsteht, die mit der Zeit abfällt.
- Hygiene: Du solltest die behandelte Stelle sauber halten. Falls sich Wundflüssigkeit bildet, kannst du ein steriles Pflaster verwenden.
- Sonnenschutz: Die neue Haut, die sich nach der Kryotherapie bildet, ist empfindlich und sollte durch Sonnencreme (LSF 50) geschützt werden.
- Kontrolluntersuchung: Der Arzt überprüft nach einigen Wochen, ob die Kryotherapie erfolgreich war oder ob eine erneute Behandlung notwendig ist. Falls das Basaliom nicht vollständig zerstört wurde oder sich ein Rezidiv bildet, kann eine weitere Kryotherapie oder eine alternative Methode (z. B. chirurgische Entfernung) erforderlich sein.
Vor- und Nachteile der Kryotherapie bei Basalzellkarzinomen
Die Verwendung der Kryotherapie bei Basaliomen hat diverse Vor- und Nachteile. Dazu gehören:
Vorteile der Kryotherapie
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Nicht-invasiv: Es sind keine Schnitte erforderlich, wodurch das Risiko von Infektionen und Narbenbildung reduziert wird.
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Ambulante Durchführung: Die Behandlung kann in der Regel ambulant durchgeführt werden und erfordert keinen Klinikaufenthalt.
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Geringe Schmerzen: Viele Patienten empfinden während und nach der Behandlung nur minimale Schmerzen.
Nachteile und Risiken
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Rezidivrate: Die Rezidivrate ist höher als bei anderen Behandlungsmethoden (z. B. operative Entfernung).
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Kosmetische Ergebnisse: Es kann zu Hypopigmentierungen (Aufhellung der Haut) oder anderen kosmetischen Veränderungen an der behandelten Stelle kommen.
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Eingeschränkte Anwendung: Die Kryotherapie ist weniger geeignet für größere oder tiefer liegende Basaliome sowie für Tumoren in bestimmten Gesichtsbereichen.
Alternativen zur Kryotherapie
Obwohl die Kryotherapie eine effektive Methode zur Behandlung von Basalzellkarzinomen ist, gibt es verschiedene alternative Therapieansätze, die je nach Art, Größe und Lage des Tumors besser geeignet sein können. Eine Alternative ist die chirurgische Entfernung, die als Standardtherapie für viele Basalzellkarzinome gilt. Dabei wird das Basaliom unter lokaler Betäubung herausgeschnitten. Da das herausgeschnittene Gewebe im Anschluss histologisch untersucht wird, können Basalzellkarzinome mit dieser Methode am sichersten komplett entfernt werden. Die Rezidivrate ist entsprechend niedrig. Es kann jedoch sein, dass eine unschöne Narbe an der operierten Stelle zurückbleibt.
Eine weitere Alternative ist die photodynamische Therapie (PDT), bei der eine lichtempfindliche Substanz auf die Haut aufgetragen und anschließend mit speziellem Licht bestrahlt wird. Dadurch werden die Zellen des Basalzellkarzinoms gezielt zerstört, während das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont bleibt. Diese Methode eignet sich – ähnlich wie die Kryotherapie – vor allem für oberflächliche Basaliome. Sie hinterlässt meist nur minimale Narben. Jedoch können auch hier mehrere Sitzungen erforderlich sein, um das Basalzellkarzinom komplett zu entfernen.
Darüber hinaus gibt es verschiedene medikamentöse Behandlungen, darunter topische Therapien mit Cremes wie Imiquimod oder 5-Fluorouracil. Diese Substanzen aktivieren das Immunsystem oder hemmen das Zellwachstum und können oberflächliche Basalzellkarzinome effektiv bekämpfen. Der Vorteil liegt in der nicht-invasiven Anwendung, allerdings dauert die Behandlung oft mehrere Wochen und kann Hautreizungen und andere Nebenwirkungen verursachen.
Letztendlich muss bei jedem Basalzellkarzinom individuell entschieden werden, welche Behandlungsmethode die richtige ist.
Wenn du am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt bist, wirst du wahrscheinlich im Laufe der Jahre diverse Behandlungsmethoden für Basalzellkarzinome kennenlernen. Du wirst dabei auch schnell feststellen, welche Behandlungsmethoden für dich und deine individuelle Situation am besten sind. Es kann auch sein, dass du je nach Lokalisation des Basalioms eine andere Behandlungsmethode bevorzugst. Lass dich auf jeden Fall immer von deinem behandelnden Hautarzt beraten, um die beste Lösung für jedes Basalzellkarzinom zu finden.










