Basaliome können mit unterschiedlichsten Methoden behandelt werden. Die gängigste und zuverlässigste ist die OP.
Basalzellkarzinome (auch Basaliome genannt) sind die häufigste Form von Hautkrebs. Sie wachsen in der Regel langsam und metastasieren nur selten. Die Behandlung von Basaliomen hängt von der Art, der Größe, dem Ort und der Tiefe des Tumors ab. Zu den möglichen Behandlungsmethoden gehören:
- Chirurgische Entfernung
- Kürettage und Elektrodesikkation
- Strahlentherapie
- Kryotherapie
- Photodynamische Therapie (PDT)
- Topische Medikamente
- Immuntherapie
- Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren
Personen, die am Gorlin-Goltz-Syndrom erkrankt sind, entwickeln im Laufe ihres Lebens oftmals unzählige Basalzellkarzinome. Deswegen ist es für Betroffene wichtig, sich über die verschiedenen Behandlungsmethoden zu informieren, die bei Basalzellkarzinomen eingesetzt werden.
Als Patient mit Gorlin-Goltz-Syndrom solltest du dir vor allem Gedanken darüber machen, welche Faktoren dir bei der Behandlung der Basalzellkarzinome am wichtigsten sind. Hierzu gehören unter anderem:
- Erfolgschance
- Erscheinungsbild der Haut nach dem Eingriff
- Rezidivrisiko
- Heilungsdauer/Dauer der Beeinträchtigung durch den Eingriff
Auch wenn die Erfolgschance, das heißt die Wahrscheinlichkeit, mit der das Basaliom komplett entfernt werden kann, überaus wichtig ist, musst du selbst entscheiden, ob andere Faktoren für dich entscheidender sind. Dies kannst du beispielsweise auch abhängig von der Körperregion machen. So legen viele Betroffene wert darauf, dass Basaliome im Gesicht mit einer hohen Erfolgschance und einem guten Erscheinungsbild entfernt werden. Überlege dir also gut, für welche Behandlungsmethoden du dich entscheidest. Wenn dir das aktuelle Behandlungsergebnis nicht zusagt, kannst du mit deinem Arzt klären, ob du ggf. eine andere Methode ausprobieren kannst.

Chirurgische Entfernung
Die chirurgische Entfernung von Basalzellkarzinomen ist meistens das erste Mittel der Wahl. Und das kommt auch nicht von ungefähr. Denn die operative Entfernung mit histologischer Kontrolle ist die effektivste Methode, um ein Basalkarzinom sicher und komplett zu entfernen. Die Rezidivquote ist bei der operativen Entfernung von Basaliomen sehr gering.
Es wird hierbei zwischen der konventionellen Chirurgie und der mikroskopisch kontrollierten Chirurgie unterschieden.
Konventionelle Chirurgie
Die konventionelle Chirurgie wird in den meisten Fällen angewendet. Bei der konventionellen chirurgischen Entfernung wird das Basalzellkarzinom mit einem Sicherheitsabstand von ca. 3 bis 5 mm entfernt. Dieser Abstand kann in Einzelfällen auch größer sein, z. B. bei einem sehr hohen Rezidivrisiko. Der Sicherheitsabstand ist bei allen Basaliom-Operationen wichtig, damit der Chirurg sichergehen kann, dass er das komplette Basalzellkarzinom herausschneidet. Die Grenzen zwischen dem weißen Hautkrebs und der gesunden Haut sind nämlich oftmals nicht gut sichtbar.
Der herausgeschnittene Tumor wird im Anschluss histologisch untersucht, um sicherzustellen, dass er komplett entfernt wurde. Die Histologie zeigt auf, ob die Schnittränder frei von Tumorzellen sind, d. h. nur gesundes Gewebe enthalten. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass der Tumor sich nur innerhalb des Gewebestücks befindet und sich nicht über dieses hinaus ausgebreitet hat.
Nicht bei allen Eingriffen mit konventioneller Chirurgie wird der Tumor nicht vollständig entfernt. Dies liegt vor allem daran, dass Basalzellkarzonime meistens keine scharfe Begrenzung aufweisen und trotz des Sicherheitsabstands nicht komplett herausoperiert werden konnten. Dann wird bei einem weiteren Termin nachgeschnitten. In Einzelfällen, in denen eine weitere Operation nicht möglich ist, kann die Weiterbehandlung auch mit anderen Methoden (z. B. Kryotherapie oder photodynamische Therapie) erfolgen.
Mikroskopisch kontrollierte Chirurgie
Die mikroskopisch kontrollierte Chirurgie, auch bekannt als mikrographische Chirurgie oder Mohs-Chirurgie, ist ein spezialisiertes Verfahren zur Behandlung von Hauttumoren wie dem Basalzellkarzinom.
Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und gleichzeitig gesundes Gewebe so weit wie möglich zu schonen. Nach der chirurgischen Entfernung des sichtbaren Tumors wird das entnommene Gewebe unmittelbar in dünnen Schichten untersucht. Hierbei erfolgt eine mikroskopische Analyse der Schnittränder, um sicherzustellen, dass keine Tumorzellen mehr im Gewebe verbleiben.
Falls Tumorreste festgestellt werden, wird gezielt an diesen Stellen weiteres Gewebe entfernt. Dieser Prozess wird so oft wiederholt, bis das umliegende Gewebe tumorfrei ist. Das Verfahren bietet eine hohe Erfolgschance und ist besonders geeignet für Tumoren in kosmetisch oder funktionell wichtigen Bereichen, wie dem Gesicht, da es präzise und gewebeschonend ist.
Kürettage und Elektrodesikkation
Die Kürettage und Elektrodesikkation ist ein kombiniertes Verfahren zur Entfernung von Basalzellkarzinomen, bei dem der Tumor zunächst mechanisch ausgeschabt und anschließend elektrisch verödet wird. Das Tumorgewebe wird dabei mit einem scharfen Löffel, der sogenannten Kürette, Schicht für Schicht abgetragen. Anschließend wird das verbliebene Gewebe mit einer Elektrode behandelt, um Blutungen zu stillen und mögliche Reste der Tumorzellen zu zerstören. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, um sicherzustellen, dass der Tumor vollständig entfernt wurde.
Die Methode eignet sich vor allem für kleinere, gut abgegrenzte Basaliome an weniger sichtbaren Körperstellen wie dem Rücken oder den Extremitäten. Sie ist vergleichsweise schnell durchführbar, meist unter lokaler Betäubung, und hinterlässt keine großen Wunden. Nach der Behandlung bildet sich eine Kruste, unter der die Haut abheilt. In manchen Fällen kann es zu Narbenbildung oder Pigmentveränderungen kommen.
Ein Nachteil der Methode ist, dass keine feingewebliche Untersuchung der Schnittränder erfolgt. Daher besteht ein etwas höheres Risiko für ein Wiederauftreten des Tumors. Regelmäßige Nachkontrollen sind deswegen besonders wichtig, um ein mögliches Rezidiv frühzeitig zu erkennen.
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie ist eine etablierte Methode zur Behandlung von Basalzellkarzinomen, bei der hochenergetische Strahlen gezielt auf den Tumor gerichtet werden. Diese Strahlen zerstören die Krebszellen, indem sie deren Erbmaterial schädigen und so die Zellteilung verhindern. Die Behandlung erfolgt meist ambulant in mehreren Sitzungen über mehrere Wochen hinweg. Dabei wird der Tumor millimetergenau bestrahlt, um das umliegende gesunde Gewebe so gut wie möglich zu schonen.
Die Strahlentherapie eignet sich insbesondere für Patienten, bei denen eine Operation nicht möglich ist – etwa aufgrund von Alter, Begleiterkrankungen oder ungünstiger Tumorlage. Auch bei Rückfällen nach anderen Behandlungen kann sie eine wirksame Alternative sein. Nach der Therapie kann es zu Hautreaktionen wie Rötungen, Trockenheit, Schuppungen oder leichten Schwellungen kommen. Diese Nebenwirkungen klingen in der Regel nach einigen Wochen ab. Spätfolgen wie Hautveränderungen oder Narbenbildung sind selten, können aber auftreten.
Für Menschen mit Gorlin-Goltz-Syndrom, die aufgrund ihrer Erkrankung eine erhöhte Strahlenempfindlichkeit haben, ist die Strahlentherapie nicht geeignet. Die Strahlen können bei Betroffenen zusätzliche Basalzellkarzinome auslösen. Deshalb wird bei Patienten mit Gorlin-Goltz-Syndrom auf andere Therapieformen zurückgegriffen.
Kryotherapie
Die Kryotherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der Basaliome durch extreme Kälte zerstört werden. Dabei wird flüssiger Stickstoff mit einer Temperatur von –196 °C auf den Tumor aufgetragen. Die Vereisung führt dazu, dass die Krebszellen absterben und vom Körper nach und nach abgebaut werden.
Diese Methode eignet sich besonders für kleinere, oberflächliche Basalzellkarzinome und wird oft bei älteren Patienten eingesetzt, wenn eine Operation nicht infrage kommt. Vor der Behandlung wird der Tumor genau untersucht, um seine Ausdehnung zu bestimmen.
Nach der Behandlung kommt es in der Regel zu einer Entzündungsreaktion mit Rötungen, Schwellungen und eventuell Blasenbildung. Diese Reaktion ist ein Zeichen dafür, dass das Gewebe abstirbt. Bei der Kryotherapie besteht ein erhöhtes Risiko für ein Rezidiv. Deshalb sind regelmäßige Nachkontrollen wichtig, um den Behandlungserfolg der Kryotherapie zu überwachen.
Photodynamische Therapie (PDT)
Die photodynamische Therapie ist ein Verfahren, bei dem Basalzellkarzinome mithilfe von Licht und einem lichtempfindlichen Wirkstoff gezielt zerstört werden. Dabei wird zunächst eine Creme mit einem Photosensibilisator auf die betroffene Hautstelle aufgetragen. Dieser Wirkstoff reichert sich bevorzugt in den Tumorzellen an. Nach einer Einwirkzeit von mehreren Stunden wird die Stelle mit speziellem roten oder blauen Licht bestrahlt.
Durch die Belichtung wird der Wirkstoff aktiviert und löst eine photochemische Reaktion aus, bei der aggressive Sauerstoffmoleküle entstehen. Diese schädigen gezielt die Tumorzellen, während das umliegende gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.
Die PDT eignet sich besonders für oberflächliche Basalzellkarzinome an kosmetisch sensiblen Stellen wie Gesicht oder Kopfhaut. Sie wird oft dann eingesetzt, wenn eine Operation aus ästhetischen Gründen vermieden werden soll.
Während und nach der Behandlung kann es zu Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Krustenbildung kommen. Diese Reaktionen sind typische Zeichen der gewünschten Gewebeschädigung. Wie bei anderen nicht-operativen Verfahren besteht auch bei der PDT ein gewisses Risiko für ein Rezidiv, weshalb regelmäßige Nachkontrollen wichtig sind.
Topische Medikamente
Bei der Behandlung mit topischen Medikamenten werden spezielle Wirkstoffe in Form von Cremes oder Salben direkt auf das Basalzellkarzinom aufgetragen. Die bekanntesten Wirkstoffe sind Imiquimod und 5-Fluorouracil (5-FU). Beide regen das Immunsystem an bzw. hemmen die Teilung von Krebszellen und führen so dazu, dass das Tumorgewebe gezielt zerstört wird.
Die Behandlung erfolgt meist über mehrere Wochen hinweg und erfordert eine konsequente Anwendung nach ärztlicher Anweisung. Topische Medikamente kommen vor allem bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen zum Einsatz – besonders dann, wenn eine Operation oder andere Verfahren nicht möglich oder nicht gewünscht sind. Während der Anwendung kann es zu Hautreaktionen wie Rötungen, Schuppungen, Schwellungen oder Verkrustungen kommen. Diese Entzündungszeichen sind Teil der gewünschten Wirkung und ein Hinweis darauf, dass das Medikament aktiv ist.
Bei dieser Behandlungsmethode ist eine sorgfältige Verlaufskontrolle wichtig. Denn obwohl topische Medikamente wirksam sein können, besteht ein erhöhtes Risiko für ein Wiederauftreten des Tumors – insbesondere, wenn die Anwendung nicht exakt durchgeführt wurde oder der Tumor tiefer in die Haut reicht, als äußerlich erkennbar ist.
Immuntherapie
Die Immuntherapie ist eine Behandlungsform, bei der das körpereigene Abwehrsystem gezielt dabei unterstützt wird, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Beim Basalzellkarzinom kommt sie vor allem dann zum Einsatz, wenn der Tumor fortgeschritten ist oder sich nicht mehr operativ entfernen lässt und andere Behandlungsformen nicht wirksam waren.
Ein in diesem Zusammenhang zugelassener Wirkstoff ist Cemiplimab, ein sogenannter PD-1-Checkpoint-Inhibitor. Er blockiert ein bestimmtes Protein, das normalerweise verhindert, dass das Immunsystem die Tumorzellen angreift. Durch die Blockade dieses Proteins kann das Immunsystem die Krebszellen besser erkennen und gezielt zerstören. Die Immuntherapie wird in Form von Infusionen verabreicht und erfolgt in regelmäßigen Abständen unter ärztlicher Aufsicht. Da es sich um eine systemische Therapie handelt, kann sie auch Krebszellen erreichen, die sich möglicherweise bereits außerhalb des ursprünglichen Tumorgebiets befinden.
Wie bei anderen Immuntherapien können Nebenwirkungen auftreten – etwa grippeähnliche Symptome, Hautausschläge oder Entzündungen im Körper, wenn das Immunsystem auch gesundes Gewebe angreift. Deshalb sind engmaschige Kontrollen während der Behandlung besonders wichtig.
Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren
Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren sind zielgerichtete Medikamente, die bei fortgeschrittenen oder inoperablen Basalzellkarzinomen eingesetzt werden. Sie greifen gezielt in den sogenannten Hedgehog-Signalweg ein. Dieser ist bei Basalzellkarzinomen häufig dauerhaft aktiviert und treibt so das unkontrollierte Tumorwachstum an.
Die Wirkstoffe Vismodegib und Sonidegib blockieren zentrale Komponenten dieses Signalwegs und bremsen so das Wachstum der Krebszellen. Die Medikamente werden in Tablettenform eingenommen und wirken systemisch – also im gesamten Körper. Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn eine alternative Behandlung nicht möglich oder nicht erfolgversprechend ist. Bei Patienten mit Gorlin-Goltz-Syndrom sind sie eine wichtige Behandlungsoption.
Während der Behandlung kann es zu Nebenwirkungen kommen – unter anderem Muskelkrämpfe, Geschmacksstörungen, Müdigkeit, Haarausfall oder Gewichtsverlust. Die Therapie erfordert daher eine enge ärztliche Begleitung und regelmäßige Kontrollen.











