Basalzellkarzinom
Basalzellkarzinome treten beim Gorlin-Goltz-Syndrom gehäuft auf.
Deutsche erkranken durchschnittlich jedes Jahr an Basalzellkarzinomen.
der Menschen mit Gorlin-Goltz-Syndrom entwickeln im Laufe des Lebens Basalzellkarzinome.

Multiple Basalzellkarzinome (Basaliome) gehören zu den wichtigsten Hauptkriterien des Gorlin-Goltz-Syndroms.
Jeder, der mehr als fünf Basaliome im Laufe des Lebens oder eines vor dem 30. Lebensjahr hat, erfüllt das Hauptkriterium für Basalzellkarzinome bei Gorlin-Goltz-Syndrom.
Die am häufigsten auftretenden Basalzellkarzinome sind:
Noduläres Basalzellkarzinom
Sklerodermiformes Basalzellkarzinom
Superfizielles Basalzellkarzinom
Alle verbleibenden Arten
Typen von Basalzellkarzinomen
Basalzellkarzinome können ein sehr unterschiedliches Erscheinungsbild haben. Sie werden in verschiedene Subtypen eingeteilt.
Diese sind:
- Initiales Basalzellkarzinom: Das initiale Basalzellkarzinom zeigt sich typischerweise als kleiner, hautfarbener oder leicht rötlicher Knoten. Es kann leicht durchsichtig wirken, sodass darunterliegende Blutgefäße sichtbar sind. Diese frühen Veränderungen sind oft sehr subtil und können daher leicht übersehen werden. Das initiale Basalzellkarzinom wird oft durch Kratzen oder Rasieren irritiert, sodass sich immer wieder blutige Krusten bilden.
- Noduläres Basalzellkarzinom: Das noduläre Basalzellkarzinom ist die häufigste Variante des Basalzellkarzinoms und zeichnet sich durch spezifische Merkmale aus. Es erscheint typischerweise als ein runder oder ovaler, hautfarbener oder rötlicher Knoten. Das noduläre Basalzellkarzinom hat oft eine glänzende, perlmuttartige Oberfläche und kann mit der Zeit größer werden. Häufig sind zudem feine Blutgefäße, sogenannte Teleangiektasien, auf der Oberfläche sichtbar. Das noduläre Basalzellkarzinom zeichnet sich in den meisten Fällen durch eine zentrale Absenkung aus, wodurch ein sogenannter Randwall entsteht. Dieser ist typisch für das noduläre Basalzellkarzinom.
- Zystisches Basalzellkarzinom: Das zystische Basalzellkarzinom ist ein bläulich-weißes, glasiges Basaliom, das von Teleangiektasien durchzogen ist. Das zystische Basalzellkarzinom ist erbsenförmig und fühlt sich bei Berührung weich an. Es tritt bevorzugt im Lid- und Wangenbereich auf.
- Ulzeriertes Basalzellkarzinom: Das ulzerierte Basalzellkarzinom, auch Ulcus rodens genannt, ist ein sehr selten auftretendes Basaliom, bei dem sich in der Mitte eine Ulzeration zeigt. Es ist rot und glasig und hat eine granulierende Oberfläche, die zur Blutung neigt. Besonders charakteristisch ist, dass das ulzerierte Basalzellkarzinom schmerzlos ist. Es tritt am häufigsten am Kopf und im Gesicht auf.
- Pigmentiertes Basalzellkarzinom: Das pigmentierte Basalzellkarzinom ist eine Variante des nodulären Basalzellkarzinoms, die zusätzlich Melanineinlagerungen aufweist und nur sehr selten vorkommt. Das Basaliom hat eine derbe Konsistenz, eine glasige Oberfläche mit Teleangiektasien und einen perlschnurartigen Randsaum. Es kann jedoch sein, dass man diese Merkmale des Basalioms aufgrund der Pigmentierung nur schwer ausmachen kann. Eine histologische Untersuchung hilft, das pigmentierte Basalzellkarzinom von anderen krankhaften Hautveränderungen abzugrenzen.
- Mikronoduläres Basalzellkarzinom: Das mikronoduläre Basalzellkarzinom gehört zu den besonders seltenen Subtypen des Basalioms. Es tritt vor allem an Kopf und Nacken auf und ist vorwiegend bei jüngeren Patienten zu finden. Sie sind durch ihr gelblich-rötliches Aussehen charakterisiert. Es können sich Teleangiektasien zeigen. Ulzerationen sind sehr selten. Das mikronoduläre Basalzellkarzinom infiltriert oft tief ins Korium. Deswegen hat es auch eine höhere Rezidivhäufigkeit. In Sachen Aggressivität ist es zwischen dem nodulären und dem sklerodermiformen Basalzellkarzinom einzuordnen.
- Sklerodermiformes Basalzellkarzinom: Das sklerodermiforme Basalzellkarzinom tritt als eine unscharf begrenzte, leicht erhabene, narbige, gelbliche Plaque auf, in der sich einzelne Teleangiektasien zeigen. Im Randbereich zeigen sich charakteristische glasige Knötchen, die jedoch nicht immer leicht zu erkennen sind und auch fehlen können. Dieses Basaliom tritt vorwiegend an Nase, Stirn und Wangen auf. Es infiltriert auch in tiefergelegene Strukturen und hat eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein Rezidiv. Da die Grenzen des sklerodermiformen Basalzellkarzinoms nur schwer auszumachen sind, muss es mit ausreichendem Abstand herausgeschnitten werden.
- Superfizielles Basalzellkarzinom: Das superfizielle Basalzellkarzinom tritt vergleichsweise häufig auf. Es zeigt sich als rötlich-braune, leicht erhabene Plaque mit scharfer Begrenzung. Es unterscheidet sich stark von den anderen Subtypen des Basalioms und wird deswegen leicht übersehen oder fehldiagnostiziert. Kleine Knötchen können sich am Randbereich zeigen. Diese werden beim Anspannen der Haut sichtbarer. Das superfizielle Basalzellkarzinom wächst oberflächlich und langsam. Juckreiz und Pigmentierung können vorkommen. Es zeigt sich vor allem an Rumpf und Extremitäten und tritt vorwiegend bei jungen Männern auf.
Diagnose
Die Diagnose von Basaliomen erfolgt in der Regel per Dermatoskopie und histologischer Untersuchung:
- Dermatoskopie: Bei der Inspektion der Haut dient das Dermatoskop als ideales Hilfsmittel, um kleine Basaliome besser und früher zu erkennen. Zudem unterstützt das Dermatoskop dabei, Hautveränderungen einem Basaliomtyp zuzuordnen. Für eine zweifelsfreie Bestimmung ist oftmals eine histologische Untersuchung nötig.
- Histologische Untersuchung: Die histologische Untersuchung des Tumors wird mit einer Biopsie ermöglicht. Hierbei handelt es sich um eine kleine Gewebeprobe, die aus der Haut gestanzt wird. Neben dem Basalzellkarzinomtyp kann mit der histologischen Untersuchung des biopsierten Gewebes auch die Tumordicke bestimmt werden.
Therapie
Für die Therapie von Basalzellkarzinomen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Operative Entfernung: Die operative Entfernung von Basaliomen ist die zuverlässigste Therapieform, die nur selten mit Rezidiven einhergeht.
- Photodynamische Therapie: Die photodynamische Therapie kommt vor allem bei Basalzellkarzinomen mit geringer Dicke zum Einsatz.
- Kryotherapie: In Fällen, in denen eine operative Entfernung nicht infrage kommt, kann die Kryotherapie bei Basaliomen angewendet werden.
- Hedgehog-Inhibitoren: Bei großen oder metastasierten Basaliomen oder dem Vorliegen des Gorlin-Goltz-Syndroms kann über die Therapie mit einem Hedgehog-Inhibitor nachgedacht werden.
- Imiquimod-Creme: Die Imiquimod-Creme wird bevorzugt bei superfiziellen Basalzellkarzinomen eingesetzt, bei denen ein operativer Eingriff nicht möglich ist.
Aktuelle Studien
Die im Folgenden genannten Studien betreffen nur das Thema Basalzellkarzinome. Wenn du dich für Studien zu anderen Themenbereichen rund um das Gorlin-Goltz-Syndrom interessierst, besuche bitte die entsprechende Unterseite.
SkinJect® zur Behandlung von Basalzellkarzinomen
Das US-Biotech-Unternehmen Medicus Pharma entwickelt eine lokale Behandlungsmöglichkeit für Basalzellkarzinome bei Gorlin-Goltz-Patienten namens SkinJect®, die Mikonadeln benutzt, um ein Medikament in die betroffene Haut einzubringen. Ziel ist es, die Zahl der Operationen zu reduzieren und gleichzeitig das kosmetische Ergebnis für die Patienten zu verbessern. Medicus Pharma hat im Juni 2026 ein Studienprotokoll bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht, um eine sogenannte Phase-2b-Studie zu starten.
PDT bei Basalzellkarzinomen unter Verwendung von „Skin-Clearing Agents“
Die Gorlin Syndrome Alliance hat ihren Forschungsförderpreis für das Jahr 2026 an ein Forscherteam der Stanford University vergeben. Das geförderte Projekt trägt den Namen „KLEAR-PDT: Photodynamic Therapy for Basal Cell Carcinomas in Gorlin Syndrome Using Skin-Clearing Agents“. Dabei soll untersucht werden, ob sich die bereits bekannte photodynamische Therapie (PDT) gegen Basalzellkarzinome bei Gorlin-Goltz-Patienten verbessern lässt.
Photodynamische Therapie + Sonidegib bei Basalzellkarzinomen
Diese Studie untersucht die Kombination aus photodynamischer Therapie mit Blaulicht und Sonidegib als mögliche Behandlung für Personen mit multiplen Basalzellkarzinomen. Sie wird derzeit in Phoenix, Arizona (Vereinigte Staaten) durchgeführt.
Orale Hedgehog-Inhibitoren bei der Behandlung des Basalzellkarzinoms
Die Studie hat das Ziel, die Wirksamkeit oraler Hedgehog-Inhibitoren bei der Behandlung von Patienten mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Basaliomen sowie Personen mit Gorlin-Goltz-Syndrom zu bewerten und die oralen Hedgehog-Inhibitoren Vismodegib und Sonidegib zu vergleichen. Diese Studie wird in den Niederlanden an unterschiedlichen Standorten durchgeführt. Männer und Frauen jeden Alters aus den Niederlanden, die Vismodegib oder Sonidegib einnehmen, können sich bewerben.
Patidegib-Gel 2 % zur Vorbeugung von Basalzellkarzinomen
Die Studie, die an 43 Standorten weltweit durchgeführt wird, beschäftigt sich mit der Wirksamkeit und Sicherheit von Patidegib-Gel 2 % zur Vorbeugung von Basalzellkarzinomen im Gesicht bei Erwachsenen mit Gorlin-Goltz-Syndrom. Es nehmen nur Betroffene mit der PTCH1-Mutation an der Studie teil, die zudem zum Zeitpunkt des Screenings mindestens 10 BCCs im Gesicht haben. Die Studie läuft derzeit und die Bewerbungsphase ist bereits abgeschlossen.
Über mich

Gorlin Girl
Betroffene
Bei mir wurde vor ein paar Jahren das Gorlin-Goltz-Syndrom diagnostiziert.
Ich möchte auf dieser Webseite Informationen zu dieser seltenen Erkrankung sammeln, um anderen Betroffenen zu helfen und die Krankheit bekannter zu machen.

Tanja
Angehörige
Ich bin selbst nicht vom Gorlin-Goltz-Syndrom betroffen, helfe aber bei der Erstellung der Webseite.









